Klimawandel und Gesundheit
Shownotes
In dieser Folge spreche ich mit Professor Dr. Olaf Krause über die Schattenseiten extremer Sommerhitze, die der Klimawandel auch nach Niedersachsen bringt. Wir beleuchten, wie sich Hitzewellen auf unsere Gesundheit auswirken – insbesondere für ältere Menschen. Gemeinsam diskutieren wir praktische Tipps für den Alltag und medizinische Hintergründe. Außerdem werfen wir einen Blick auf politische Forderungen und notwendige Anpassungen in Pflege, Medizin und Gesellschaft. Hört rein und erfahrt, wie wir als Gemeinschaft gemeinsam durch heiße Zeiten kommen können!
Transkript anzeigen
00:00:01: Zeitgeschehen und Eierlikör, der Podcast des niedersächsischen Landfrauenverbandes Hannover.
00:00:07: Herzlich willkommen!
00:00:12: Wir beobachten
00:00:13: das Zeitgeschenen,
00:00:14: mischen
00:00:15: uns ein und bohren nach bei Themen die Frauen und ihre Familien auf dem
00:00:20: Land
00:00:20: angehen
00:00:20: – und manchmal braucht es einfach einen Eierlikör.
00:00:34: In unserer heutigen Folge geht es um ein Thema, das uns unter anderem durch diesen Sommer begleitet hat.
00:00:39: Der Klimawandel bringt immer mehr Hitze-Tage mit sich.
00:00:43: In diesem Jahr erreichten Regionen in Liedersachsen erstmalig die Vierziggratmarke.
00:00:48: Wir gehen heute der Frage nach welche Auswirkungen dies auf unsere Gesundheit haben kann und wie wir und vor allem unseren älteren Mitbürgerinnen vorsorgen und wie sie uns gut schützen können.
00:00:59: Ich freue mich zu unserer heutigen Folge mit dem Titel Klimakrise und Gesundheit, den Mediziner Herrn Professor Dr.
00:01:06: Olaf Krause begrüßen zu dürfen.
00:01:08: Herzlich willkommen bei uns!
00:01:10: Vielleicht mögen Sie sich an der Stelle einmal kurz vorstellen was Sie ihm genau machen?
00:01:15: Ja sehr gerne.
00:01:15: erstmal vielen Dank für die Einladung.
00:01:18: ich bin internistend Altersmediziner und Bin Chefarzt der Klinik für Geriatrie am Henriettenstift in Hannover Und nebenbei leere ich, also unterrichte ich Medizinstudierende an den medizinischen Hochschulhanufer gerade zu den Themen Altersmedizin, Medikamente im Alter und so weiter.
00:01:40: Ja wunderbar vielen Dank!
00:01:41: Die Frage steht ja wirklich im Raum.
00:01:44: wir haben das diesen Sommer mehr als deutlich erlebt was es bedeutet wenn die Temperaturen über vierzig Grad steigen?
00:01:51: Was kann man denn da als Bürger Konkret tun.
00:01:56: Was würden wir den Alltag in dem Augenblick einfach angenehmer gestalten?
00:02:01: Ich denke, man muss erstmal sich klarmachen dass solche Hitze ein riesengroßer Stress für den Körper ist und der Körper muss die ganze Zeit gegen die Hitze anarbeiten Und er versucht das indem er zum Beispiel die Herzleistung steigert.
00:02:17: es wird viel mehr Blut In die Arme und Beine gepumpt um halt den Körper abzukühlen und man muss das einplanen in seinen Alltag.
00:02:28: Also sei mal so bei der Arbeit, bei der Freizeit beim Sport auf keinen Fall zu viel machen sondern ganz klar sagen ich muss meinem Körper auch dann Ruhe pausen gönnen.
00:02:38: Das ist ganz wichtig.
00:02:40: Wir haben unserer Hörerschaft viele ältere Frauen und vor allem auch viele pflegende Angehörige.
00:02:47: Was können die denn tun, um gerade älteren Menschen eben die Hitze ja ein bisschen zu erleichtern?
00:02:55: Es wäre wichtig dass man im Vorfeld guckt wann haben wir so eine Hitzeperiode?
00:02:59: also das man einfach guckt, wann erwarten wir über dreißig Grad?
00:03:04: Und fast noch wichtiger ist, dass man auch guckt wie sieht es nachts aus?
00:03:08: Wann haben wir wirklich die tropischen Nächte?
00:03:10: und tropische Nächten hört sich immer so irgendwie verlockend an heißt aber letztendlich, dass es nachts nicht unter zwanzig Grad abkühlt.
00:03:17: Und gerade diese Nächte sind ja besonders gefährdig für den Körper.
00:03:20: Das heißt im Vorfeld gucken, für die Angehörigen mitschauen und dann geht es darum kann man die Räume ausreichend abdunkeln haben wir genügend Jalousien, möglichst keine Einkäufe Tätigkeiten in die Mittagszeit legen?
00:03:38: und ganz entscheidend ist natürlich das Thema trinken ist natürlich die Grundregel.
00:03:47: Es müssen mindestens eineinhalb Liter sein, eher zwei Liter gerade für ältere Menschen und das ist wirklich auch manchmal schwierig.
00:03:55: kennt glaube ich jeder aus seiner eigenen Familie dass jemand sagt auch Mensch ich habe doch heute schon was getrunken und dann wenn man es zusammenrechnet ist es vielleicht nur ein knapper Liter.
00:04:03: Das ist einfach so wenig an solchen Hitze-Tagen.
00:04:06: Und das Wichtigste erstmal genügend Flüssigkeit bereitstellen und vor allem darauf achten oder auch Leitungswasser, sondern es sollte auch Mineralwasser sein.
00:04:17: Weil da wirklich auch den Elektrolytem mit dabei sind und natürlich auch dann gucken dass man vielleicht das mixt mit Fruchtseften, dass man einfach schafft so viel Flüssigkeit aufzunehmen
00:04:28: Ja ich kenne das tatsächlich auch von meinen Eltern.
00:04:31: Das ist eine Herausforderung die dazu zu bringen das über den Tag verteilt als zu trinken.
00:04:37: gibt's denn noch irgendwie so den kleinen Tipp wie man leichter machen kann für die Menschen?
00:04:44: Ich will es immer so machen, dass man wirklich die Flüssigkeit, also Flaschen Gott schon hinstellt.
00:04:49: Man kann die auch sogar nummerieren und Zahlen draufschreiben.
00:04:51: Und wirklich auch sagt so du Mama ist wirklich wichtig das musst du heute trinken!
00:04:56: Das ist einfach ganz ganz wichtig für dich.
00:05:00: und nicht dass man noch Hürden aufbaut in den Keller gehen Getränke nachholen sondern wenn man als Angehöriger sich mit kümmert oder auch als Nachbar.
00:05:08: Es kann genauso wichtig sein vorher schon sagen Wir haben jetzt hier so drei wirklich heiße Tage, wir haben da drei Kisten mit Wasser da und man stellt das morgens alles bereit.
00:05:19: Wir haben ja schon über ältere Menschen gesprochen.
00:05:22: Was sind denn da die Dinge weshalb die besonders gefährdet sind?
00:05:26: Also was macht diese Personengruppe so besonders vulnerable?
00:05:31: Zum einen ist es so dass wenn man älter ist... So, über achtzig Jahre sag ich jetzt einfach mal hat man wirklich weniger Körperwasser.
00:05:39: Also der Anteil des Körperwassers sinkt weil auch die Muskulatur zurückgeht.
00:05:44: das heißt man hat schon weniger Wasserreserve einfach gesagt im Körper.
00:05:49: und deswegen wenn man dann Flüssigkeit verliert durch Schwitzen ist mein direkt gefährdeter.
00:05:55: Und dann zum Thema schwitzen.
00:05:56: es ist so man weiß ja gut dass ältere Menschen weniger schwitze oder später schwitzt.
00:06:01: also Wir brauchen hier das Schwitzen und unseren Körper abzukühlen.
00:06:06: Der Körper will eigentlich immer nur eins Gleichgewicht, der wird immer die gleiche Temperatur.
00:06:11: wir wollen immer sozusagen genügend Flüssigkeit in unseren Adern haben, wir kommen ja aus dem Wasser Und deswegen ist es wichtig dass man dann dafür sorgt weiß dass ältere Menschen wirklich sehr gefährdet sind weil diese Mechanismen später greifen und auch weniger greifen.
00:06:31: Und ein Punkt kommt noch dazu.
00:06:34: Ältere Menschen nehmen ja auch häufig Medikamente ein, gegen den Blutdruck zum Beispiel oder andere Medikamente vielleicht für die Blase und diese Medikamenten selber können das so führen dass man weniger schwitzt zum Beispiel?
00:06:47: Oder dass sich sogar die Temperatur in unserem Körper erhöht.
00:06:52: Das heißt sie merken dass es sozusagen verschiedene Punkte sind.
00:06:55: Zum einen die Schwierigkeit vielleicht Flüssigkeit zu sich zu nehmen was sie auch gesagt haben über ihre Mutter und ich kann das auch nur bei meiner Mutter bestätigen.
00:07:06: Und dann dazu halt die Veränderungen im Schwitzen, in der Körperzusammensetzung und natürlich von außen die Einflüsse durch Medikamente, die noch zusätzlich dort eingreifen.
00:07:16: Und wenn ich jetzt Medikamente nehmen muss, was muss ich denn dann machen?
00:07:21: Wenn ich merke da kommt so eine Hitzewelle auf uns zu.
00:07:24: Ist es dann sinnvoll tatsächlich nochmal zum Hausarzt zu gehen oder in der Apotheker gegebenenfalls auch nachzufragen und zu sagen Was muss ich beachten damit diese Medikamente auch unter Hitzereinfluss wirklich die optimale Hilfe bringen.
00:07:37: Das ist absolut wichtig und Sie haben auch genau die richtigen Ansprechpartnerinnen genannt, also Apotheke oder vor allen Dingen auch Hausärzten und Hausärzte das man im Vorfeld schon sagt zum Beispiel man nimmt Wassertappen ein, also bei einer Herzschwäche oder Nierenschwäche, dass man sagt an diesen Hitzetagen nämlich von der Tablette, die zehn Milligramm hat, Munif und vor allem gut besprechen mit der Hausärztin was kann ich machen?
00:08:03: an diesen Tagen Zusätzlich zur Änderung der Medikamente kann man natürlich auch einfach mehr trinken.
00:08:11: Es gibt ja einige Patienten, die dürfen nur eineinhalb Liter trinken weil sie schon eine Herzschwäche haben, Nienschwäche.
00:08:19: und an solchen Tagen ist es auch sicherlich erlaubt dass man oft zum Beispiel zwei Liter hochgeht.
00:08:24: Und ich bin immer wieder überrascht wenn ich so mit meinen Patienten spreche und mal genau gucke wie viel dann wirklich am Tag getrunken wird.
00:08:32: Auch wenn zwei Liter erlaubt sind, dann sind es häufig dann doch nur tausend vierhunderttausend dreihundert Milliliter.
00:08:38: Also auch wirklich realistisch einschätzen als Mensch selber oder natürlich auch mit Hilfe von Angehörigen wie viel wird denn wirklich am Tag getrunken?
00:08:48: Sie hatten das schon am Anfang gesagt sie sind ja auch in der Lehre tätig und ich nehme an Dass natürlich das Thema auch in den Studienplänen inzwischen hinterlegt ist, also dass das wirklich auch ein Thema ist was für alle Mediziner inzwischen eine Relevanz entwickelt hat.
00:09:07: Ja wir haben das jetzt aufgenommen in die Lehrpläne zum Beispiel in der Allgemeinmedizin.
00:09:11: unterrichten mir das da es ganz relevant und es betrifft natürlich gerade Bevölkerungsgruppen die sich manchmal selber nicht helfen können.
00:09:20: so schön Altenheim Bewohner.
00:09:22: da haben wir einen Ein Hitzeplan für Altenheime erstellt.
00:09:26: Da kann es sogar notwendig sein, wenn jetzt ein älterer Mensch das gar nicht schafft genügend zu trinken, dass man auch eine Infusion anlegt.
00:09:33: Das wäre so eine unterstützende Maßnahme und Anpassung der Medikamente.
00:09:40: Wir unterrichten das die angehenden Ärztinnen und Ärzte, dass sie sich mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen.
00:09:46: Denn eins ist klar, wenn diese Hitzeschäden auftreten... Patienten kommen dann ja nie an die Notaufnahmen und sie haben dann einen Nierenversagen, eine Hitzekrankheit sind auch verwirrt.
00:09:59: Und das wollen wir natürlich unbedingt vermeiden.
00:10:03: Das wäre jetzt tatsächlich auch noch mal ne Frage von mir.
00:10:06: Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal die Erfahrung gemacht dass ich mich wirklich auch körperlich unwohl gefühlt habe in so einer Hitzewelle.
00:10:13: was kann ich denn dann wirklich im Notfall machen?
00:10:17: also woran stelle ich auch fest dass mein Gegenüber gerade nicht mehr mit dieser Hitze umgehen kann?
00:10:25: beziehungsweise an welcher Stelle muss ich denn dann jetzt auch eingreifen und sagen okay, jetzt brauchen wir jemanden der professionell unterstützt also ob das jetzt der Arzt ist oder der Rettungsdienst.
00:10:38: Wie kann ich das auch festmachen bei meinem Gegenüber?
00:10:42: Wenn Symptome auftreten, dass jemand nicht mehr klar denken kann.
00:10:47: Nicht mehr klar sprechen kann durcheinander ist verlangsam reagiert.
00:10:51: Das sind absolute Wahnsymptome.
00:10:53: also dann muss man ärztliche Hilfe aufsuchen.
00:10:56: Man könnte wenn man das jetzt geübt darin ist wenn man es kann vielleicht den Blutdruck messen oder es gibt ja auch Geräte, die das selber messen können.
00:11:03: Und wenn der Blutdruck vermindert ist, ich sag mal vielleicht bei hundert zu sechzig Millimeter HG Das wäre für mich auch ein Wahnsymptom Dass der Körper sehr stark reagiert und der Körper fährt dann sozusagen runter und der Blütdruck geht runter und dann kann natürlich Stürze auftreten, Verwirrtheit.
00:11:20: Das wären so zwei typische Sachen.
00:11:22: von außen könnte man natürlich sehen dass jemand eine trockene Zunge hat, trockende Lippen und es vor allen Dingen selber nicht mehr schafft trinken zuzuführen.
00:11:31: Man kennt das ja fast apathisch wird, auch in so einer Hitze.
00:11:34: Man muss dazu zwingen und wenn die Person das selber nicht mehr kann dann ist Hilfe von außen erforderlich.
00:11:42: Jetzt ist das Thema Klimawandel und auch in diesem Sommer eben speziell die Hitzewelle sehr präsent der Gesellschaft.
00:11:51: Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, wie können wir denn auch... Die Erfahrungen, die Sie ja machen und die wir auch alle machen wirklich eine politische Aktion umsetzen.
00:12:05: Gibt es da vonseiten der Ärzteschaft Forderungen in die Politik gespielt werden?
00:12:14: Wie können wir uns vorbereiten?
00:12:16: denn den Klimawandel können wir glaube ich nicht mehr zurückdrehen.
00:12:20: Es wird schon seit längerer Zeit gefordert, zum Beispiel von der Deutsche Vereinigung für innere Medizin oder auch von der Notfallmedizin.
00:12:29: Dass es überall Hitzeschutzpläne geben muss sozusagen in jedem Krankenhaus und dass vor allen Dingen Krankenhäuser senioren Heime klimagerecht ausgestattet werden.
00:12:44: Aus meiner Sicht Wenn man heutzutage einen Krankenhaus baut oder auch Altenheim, es müsste immer so sein dass dort Klimaanlagen eingebaut sind.
00:12:54: Dass die Fassaden vielleicht vergrünt sind also bewachsen sind im Schatten liegen und soweit das muss alles bedacht werden.
00:13:01: und Sie merken das ist natürlich auch teuer Das kostet viel Planung und Geld.
00:13:06: Es ist leider die Realität muss man ganz klar sagen.
00:13:08: viele Bereiche in Deutschland sind überhaupt nicht auf Hitze eingestellt.
00:13:12: wenn man guckt Krankenhäuser, viele Zimmer keine Klimaanlage.
00:13:16: Das ist leider die Realität.
00:13:19: das macht mir auch schon manchmal ganz schön große Sorgen dass es so ist und ich persönlich habe das erste mal wirklich auch so das für mich ganz klar gemerkt dass das es so nicht weitergehen kann.
00:13:30: als ich in der Nordsee gebadet habe im Jahr zwei tausend neunzehn wenn sich noch einer an diesen Sommer das war ja ein extrem heißer Sonnensommer und da war ich in in der in der nordsee baden.
00:13:40: Nach zwanzig Minuten war mir fast zu warm im Wasser.
00:13:44: Und seit meiner Kindheit habe ich das immer anders erlebt, es war immer zu kalt in der Nordsee, irgendwann wollte man rausgehen, weil man gefroren hat.
00:13:50: und da passieren wirklich Sachen auf die wir keinen Einfluss haben und wo wir uns wirklich dann gut schützen
00:13:56: müssen."
00:14:09: haben, der einfach viel zu warm ist im Vergleich zu den Vorjahren.
00:14:12: und dann sprechen wir von Klimawandel.
00:14:14: Das ist nicht mehr nur Wetter.
00:14:16: Haben wir natürlich auch mit den Konsequenzen zu leben und diese Konse quenzen sind ja tatsächlich so dass es dieses Jahr schon über vierzehntausend Hitze Tote gegeben hat und die Dunkelziffer glaube ich ist da ja noch nicht mit einkalkuliert.
00:14:31: also das sind ja Dinge wo sich die Gesellschaft auch einfach fragen muss, wie gehen wir damit um?
00:14:36: Also was können wir tun, um diese Zahlen zu reduzieren und zu stabilisieren.
00:14:43: Diese Zahlen sind absolut alarmierend unschrecklich und das betrifft natürlich vor allem alte Menschen.
00:14:50: Und das Problem ist, dass man das häufig gar nicht weiß, was jetzt sozusagen zum Tod geführt hat – es kann auch sein!
00:14:58: Wir wissen sehr gut in diesen Hitzephasen tropischen Nächten, viele Herzenfakte passieren Schlaganfälle.
00:15:06: Das heißt es treten Folgeerkrankungen oft durch diese extreme Hitze und das heißt es kann sogar sein dass die Zahl vielleicht sogar noch höher ist.
00:15:16: Das weiß man gar nicht ganz genau.
00:15:18: Es ist wirklich eine erschreckend hohe Zahl an Menschen die durch die Hitze stirbt.
00:15:25: Unsere Hörerschaft sind vor allem Frauen im ländlichen Raum Und ich glaube eines unserer Stärken Gemeinschaft leben.
00:15:34: Und ich habe im Vorfeld zu dieser Folge dann auch gedacht, also was wir hier können ist... aufeinander aufpassen.
00:15:41: Ein bisschen aufeinander achten, gucken.
00:15:44: wie geht es meiner Landfrau nebenan?
00:15:46: und ich glaube das wäre ja auch was was auf jeden Fall sehr gut unterstützen könnte indem ich einfach gucke wer ist nebenan?
00:15:55: Ist das eine ältere Dame oder jemand mit einem Krankheitsbild dass eben auch unter Hitze sich nochmal negativ äußern kann?
00:16:03: Ich glaube da wären wir wahrscheinlich sogar ein sehr gutes Netzwerk.
00:16:07: oder würden sie das so anders sehen?
00:16:10: Absolut.
00:16:10: Und das ist wirklich das elementar Wichtigste, dass man nach seiner Nachbarin-Nachbarn guckt und sagt wer braucht Hilfe?
00:16:19: Das geht los mit so ganz praktischen Sachen, dass mal sagt soll ich dir ein paar Getränkekisten mitbringen?
00:16:26: wie können wir das machen?
00:16:28: Ich fahre dich da hin, dass du nicht vielleicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hinfahren musst und ich denke es ist ganz wichtig.
00:16:37: Leider ist es ja manchmal so, dass auch wenn wir jetzt über ältere Menschen die vielleicht alleine irgendwo auf dem Hof sind und die Familie ist jetzt nicht direkt vor Ort dann sind die Nachbarn ganz wichtig.
00:16:48: Und das man da nach einander schaut also das ist einmal so denke ich sogar noch der Vorteil auf dem Land, dass man sich da auf die Nachbar verlassen kann.
00:16:59: Ich finde es ganz wichtig, dass an solchen Tagen auch realistisch einschätzt Was traue ich mir zu und was nicht?
00:17:07: Ich erlebe es immer wieder, dass mich Patienten fragen.
00:17:10: Ja an dem Tag, am Samstag da ist die und die Feier kann ich da komplett mitmachen.
00:17:16: Wir treffen uns morgens um elf und das geht dann bis abends um neunzehn Uhr.
00:17:20: Und und das ist einmal so ein warmer Juli-Tag Da würde ich sagen Schauen sie ob man das Abkürzt Dass man vielleicht für zwei Stunden dabei ist und sich kurz zurückzieht Gerade solche Familienfeier, das habe ich schon oft erlebt.
00:17:34: Dass dort jemand so kollabiert.
00:17:36: Man ist unter Stress und man trinkt nicht ganz so viel.
00:17:40: Man muss dann noch öfter auf Toilette und da kommen wir so viel zusammen.
00:17:43: Und dass man solche Sachen wirklich an solchen Hitzetagen anders einplant um gerade unter andere Termine Arzttermine, dass man auch wirklich sagt An dem Tag geht es halt nicht und man versucht vielleicht auch einen Termin zu verschieben oder andere Terminen die man hat, dass sich nicht zu viel zumutet Das wäre auch nochmal so mein Tipp und dass man das auch dann realistisch mit Angehörigen einschätzt.
00:18:06: Ja, ganz wichtig!
00:18:08: Und ich glaube, es gilt nicht nur für ältere Menschen.
00:18:11: Ich glaube, das gilt auch für jüngere schon, dass man vielleicht nicht an dem Tag zum Open Air-Konzert geht oder zumindest mal überlegt ob das jetzt die richtige Veranstaltung an so einem Tag ist.
00:18:27: Andere Krankheitsbilder, die durch den Klimawandel... Ja
00:18:32: ist auch etwas was sich ausbreitet.
00:18:36: Es sind natürlich Infektionskrankheiten und zwar die wir bisher nur letztendlich aus subtropischen Regionen kannten, die immer häufiger dann auch in Deutschland zu finden sind.
00:18:48: das weiß man ja.
00:18:48: sag mal so dass zum Beispiel auch dann Zecken sich weiter ausbreiten Mücken bestimmte Mückenarten und bestimmte Mückenarten, die sonst auch seit mal nur in Asien zu finden waren.
00:19:00: Auch jetzt in Deutschland zu finden sind.
00:19:02: das heißt man muss zum Beispiel bei Insektenstichen auch daran denken dass es wirklich einen schlimmen Verlauf nehmen kann.
00:19:08: also deswegen wenn man dort so ein Stich hat und der wird nach zwei drei Tagen nicht besser breitet sich aus würde ich mich auch ärztlich vorstellen Das ist etwas sie merken man muss Medizin auch dann neu denken.
00:19:20: Und natürlich finde jetzt jemand Ich sag mal so, zurückkommt aus einer Rucksaktur in Indien und hat Fieber würde man sagen okay das könnte jetzt eine Tropenkrankheit sein.
00:19:30: aber letztendlich muss man genauso dann denken wenn jemand aus dem Urlaub in Bayerns rück kommt.
00:19:34: Das ist ein absolutes Umdenken in den Köpfen
00:19:37: Wenn Sie für sich sagen könnten ich möchte gerne dass und das geändert haben sodass wir in ein paar Jahren wirklich auf einem Stand sind, wo wir sagen ja, wir leben mit dem Klimawandel und die Hitze ist da.
00:19:56: Wenn Sie was ändern durften?
00:19:57: Was wäre das?
00:19:59: Also auf jeden Fall Anpassung von Wohnungen, Altenheimen, Krankenhäusern an die Hitzen.
00:20:09: Das heißt dass die wirklich themagrecht ausgestattet werden nach und nach.
00:20:13: Das wäre elementar wichtig für alle Kräfte im Gesundheitswesen.
00:20:21: entsprechend Ausrüstung.
00:20:23: Also wir haben schon so ein paar Sachen im Einsatz, also es gibt Kühlwesten, es gibt auch so Kragen die man sich umschneiden kann, also Kragenventilatoren und das hört sich alles abenteuerlich an.
00:20:34: aber wir brauchen das!
00:20:35: Wir brauchen das auch für Leute im Rettungsdienst tätig sind denn die müssen ja beide extrem Hitze noch mehr arbeiten in Notaufnahmen und auf Krankenstationen.
00:20:45: Das heißt, dass wir sozusagen nicht nur immer – also natürlich an die Patienten denken, die wir versorgen müssen.
00:20:50: Aber natürlich auch an die ganzen Mitarbeiter und das wir dann im ländlichen Bereich immer noch die Strukturen haben, dass sie uns dann sozusagen auch um die Nachbarin kümmern können und dann Auge drauf haben und dass wir im lndlichen Bereich genügend Hausarztpraxen haben, im Vorfeld rum kümmern können, dass man Medikamente anpasst.
00:21:19: Weil ich denke das ist fast ganz elementares was bisher noch nicht so sich durchgesetzt hat.
00:21:24: aber dafür wollen wir natürlich auch sorgen.
00:21:26: und da richtig auch viel zu dem Thema, dass wir wirklich eine Beratung haben gerade für ältere Menschen durch erfahrene Landarztpraxen.
00:21:36: wie gehen wir damit um?
00:21:37: Und wie bringen wir unsere älteren Menschen gut durch?
00:21:40: so ne Hitzewelle ist natürlich auch nochmal die große Gruppe der alten Heimbewohner.
00:21:45: Und da bauen wir zum einen natürlich Personal und auch ärztliche Planung, wie man damit umgehen kann, dass man vielleicht auch mal eine Infusion anlegen kann.
00:21:54: Aber Sie merken, man braucht für alles immer natürlich auch Personal.
00:21:58: Das muss wirklich da sein!
00:22:00: Und das ist ganz entscheidend
00:22:01: dabei.
00:22:03: Ja ja und das Thema gerade Personal in der Fliege ist ein Thema auch.
00:22:08: Wir sind grade auch sehr aktiv in dem Bereich Dass ja pflegende Angehörige eben bei der Rente ja nicht mehr berücksichtigt werden sollen.
00:22:17: Und das ist gerade für uns Landfrauen nochmal ein riesen Thema, weil es halt so viele pflegende Angehöre auch einfach gibt.
00:22:23: Die Unterstützungskultur So meine Erfahrungen auch noch nicht so richtig optimal.
00:22:29: Also gerade wenn es um das Thema Ausbildung von pflegenden Angehörigen geht, auch gerade in solchen Themen die ja doch gerade auch im ländlichen Raum viel übernehmen würde ich mir zum Beispiel wünschen dass es da noch mehr Unterstützungsmöglichkeiten gibt und auch inhaltliche Unterstützung gibt.
00:22:48: Das weiß nicht ob Sie das anders empfinden?
00:22:53: was es dort für Fortbildungen gibt, aber das wäre wirklich wichtig.
00:22:57: Es sind ja einfache Maßnahmen, aber man muss sich damit ein bisschen gedanklich beschäftigen und es muss einfach umsetzbar sein.
00:23:07: Ein anderes Thema mit dem wir uns auch gerade noch mal – das hatten Sie schon angesprochen – ist das Thema Daseinsvorsorge im ländlichen Raum und wir stellen eben fest, dass das eine wahnsinnige Herausforderung geworden ist, gerade was das Thema erstliche Versorgung angeht.
00:23:23: Ich finde, das geht immer so Hand in Hand auch des Thema Mobilität.
00:23:27: Wenn der Hausarzt zwei Dörfer weiter ist und ich als späterer Mensch dann nicht hinkomme, dann nützt er mir ehrlich gesagt da ordentlich besonders viel.
00:23:37: und auch das Thema Einsamkeit und was also da hängt so wahnsinnig viel zusammen und da versuchen wir halt auch gerade nochmal von unserer Seite zu unterstützen weil wir das halt auch so wahnsinnig wichtig finden.
00:23:50: Es gibt ja diese Leuchtturmprojekte weiß nicht, ob Ihnen die auch geläufig sind.
00:23:55: Wo ein regionales Versorgungszentrum zusammen mit den medizinischen Versorgungeszentren.
00:24:00: Ich durfte eins bei der Entstehungen ein bisschen begleiten und finde das ein ganz tolles Konzept weil ich finde da wird halt der soziale Aspekt halt auch mit berücksichtigt und wie ich finde für den ländlichen Raum wirklich auch was tragfähiges, weil es eben beide Komponenten an dieser Stelle verbindet.
00:24:21: Also ich finde das gut, denn es gibt ja den Trend zur Zentralisierung.
00:24:25: Also jetzt in Niedersachsen zum Beispiel, in Diepols entschied ein Zentralkrankenhaus aber... Das ist natürlich gut!
00:24:32: Aber wir brauchen trotzdem so örtliche Versorgungsthänden wo kleinere Probleme auch behandelt werden.
00:24:37: Wo vielleicht Hausärzte zusammenarbeiten, Job-Sharing machen und dann sagen Wir kümmern uns um alten Heimbewohner also bisschen unabhängig von den größeren Zentrallkliniken die entstehen.
00:24:48: Die brauchen wir auch aus vielen anderen Gründen, aber wir brauchen auch weiterhin sozusagen örtliche ärztliche Versorgungszentren.
00:24:55: Das Thema Gemeinschaft und miteinander Zeit verbringen ist ja für uns Landfrauen auch sowas ganz wichtiges Und nichtsdestotrotz haben Sie es eben schon mal angesprochen Es ist ja auch wichtig für sich selber zu sorgen und zu gucken Beziehungsweise eben auch für meine Nachbarin zu sorgen oder zu gucken Kann ich denn an einem Tag wo's wirklich heiß ist alle Aktivitäten mitmachen?
00:25:19: Ich würde es anpassen, also wenn man zwischendurch eingeladen wird an so einem heißen Tag.
00:25:25: Dann ist das aus meiner Sicht absolut okay, wenn man sagt ich komme gerne dazu.
00:25:29: Ich bin aber nur für eine Stunde da weil es ein heißer Tag ist und ich muss dann auch wieder in den Schatten, ich muss wieder nach Hause zurück Und das muss man offen kommunizieren und ich würde dazu raten dass man an solchen Tagen wirklich versucht sich nicht zu überschätzen.
00:25:45: Man möchte dann aus Anstand bis zum Ende dabei bleiben und möchte natürlich auch präsent sein bei vielleicht einer Kommunion, Konfirmation oder einen anderen schönen Feier.
00:25:53: aber wenn es wirklich so ist die Gartenfeier bei ... ... neunundzwanzig Grad den ganzen Tag ist man im Garten Und das ist wenig Schatten Dann würde ich schon sagen dass man das... sich eher etwas verabschiedet und sagt Ich muss jetzt leider doch schon los Mir wird es sonst zu viel und ich glaube jeder hat auch Verständnis dafür Und ich glaube, wir müssen so dahin kommen.
00:26:14: Dass es auch normal ist, dass man die Aktivitäten an diesen Hitzetagen einfach auch einschränkt.
00:26:21: Das fällt uns vielleicht als Menschen schwer aber in der Gemeinschaft muss das dann auch mittragen und sagen okay, das ist halt eine ältere Dame.
00:26:29: Ich war froh, dass sie dabei war Aber das ganze Programm geht halt nicht.
00:26:35: Ja, wichtiger Aspekt.
00:26:37: Wir haben jetzt auch viel über ältere gesprochen weil sie halt wirklich eine der vulnerabelsten Gruppen sind wenn es um das Thema Hitze geht.
00:26:44: aber was ist denn noch mal bei anderen Bevölkerungsgruppen?
00:26:47: Kleinkindern, chronisch Erkrankte sind ja auch ein Riesenthema in dem Bereich oder unsere Generation.
00:26:57: Wie sind dann da die Auswirkungen?
00:27:00: also Was ich mich halt frage ist, wenn das wirklich die ganze Zeit jetzt so weitergeht irgendwann wird ja auch bei gesunden Menschen dass seine Folgen haben.
00:27:11: Also der Mensch ist glaube ich nicht für vierzig
00:27:14: Grad gemacht.
00:27:15: also wir menschen sind sei mal so Wir haben unsere körpertemperatur von acht und dreißig grad und sind Eigentlich sag ich mal so Nicht Für Temperaturen über drei sich gerade wirklich gemacht als Außentemperaturen.
00:27:27: Und deswegen haben sich vollkommen recht chronisch kranke Betrifftes genauso.
00:27:33: Die verschiedene Erkrankungen schon durchgemacht haben, Medikamente einnehmen auch die sind gefährdet durch Nebenwirkung der Medikamente und durch Hitzeschäden.
00:27:45: Und Jüngere also ganz Kinder das ist natürlich so dass sie beim Spielen auch manchmal vergessen zu trinken und natürlich von außen den Hitzerschutz brauchen.
00:27:56: Also Eingreben, Käppi finde ich total wichtig.
00:28:00: Und auch dann eine Anpassung durch die Eltern und Familie, zum Beispiel an Sportereignisse.
00:28:06: Also mein Sohn hatte vor kurzem Tennis-Punktspiel, da waren es angekündigt.
00:28:10: Achtunddreißig Grad!
00:28:12: Und dann haben wir das Punktspiel einfach auf morgens neun Uhr verlegt... ...und dann waren ja um zwölf Uhr durch und sonst hätten die mitten in der Mittagsitze gespielt und noch weiter.
00:28:22: also dass man das anpasst und was sie sagen so Die Menschen im besten Alter zu denen ich mich auch zähle Da würde ich sagen, auch da realistisch einschätzen.
00:28:32: Was kann man machen?
00:28:33: Und ich bin manchmal überrascht wenn ich hier in Hannover durch die Eilen Riede fahre und es sind dreißig Grad um die Sie dann mittags um eins Leute dort lang joggen.
00:28:44: Dann denke ich auch so wir werden dahin kommen dass wir bestimmte Aktivitäten auch dann erstmachen können wenn sie sich deutlich abkühlt also sei das Tennis spielen oder laufen oder andere Freizeitereignisse.
00:28:59: Also der Klimawandel und die Hitzeperioden werden uns sozusagen dazu zwingen.
00:29:04: Und ich glaube, da müssen wir wirklich auch umdenken.
00:29:08: Auch Leute, die sonst Fizien keine Erkrankungen haben sollten das realistisch einplanet was sie zum Beispiel für Sport- und Freizeitaktivitäten machen.
00:29:17: Die südlichen Länder machen es uns ja eigentlich schon die ganze Zeit vor.
00:29:20: Bania mit ihrer Siesta, also da wo einfach hier auch mittags nichts an öffentlichem Leben stattfindet sondern das sich in die Abendstunden verschiebt.
00:29:30: Ja vielen Dank für das tolle Gespräch und der Podcast heißt ja nun Zeitgeschehen und Eierlökör.
00:29:36: und zum Schluss fragen wir unsere Gäste immer wann ist denn bei ihnen Eierlkörzeit?
00:29:43: Sehr gerne, aber passend zum Thema wenig Eierlikör und wenn dann aufs Eis aus Vanille-Eis.
00:29:49: Also so mag ich den Eierikör eigentlich am
00:29:50: liebsten.
00:29:51: Das ist super!
00:29:51: Das ist ein tolles Schlusswort.
00:29:53: Vielen vielen Dank dafür dass Sie sich die Zeit genommen haben und so viele wertvolle Informationen und Tipps mitgebracht haben.
00:30:00: Wir hoffen das unsere Hörerinnen viel davon auch umsetzen.
00:30:06: Hat diese Folge euch gefallen?
00:30:09: Dann hört gerne wieder rein Wenn es das nächste Mal heißt Zeitgeschehen und Eierlikör,
00:30:15: der
00:30:16: Podcast des Niedersächsischen Landfrauenverbandes Hannover.
00:30:20: Aktuell unanregend, informativ und unterhaltsam, kontrovers und kritisch – aber immer mit einer Prise Humor!
00:30:29: Wenn ihr mehr über landfrauen wissen möchtet, informiert euch auf unseren Social-Media-Seiten und auf unsere Website www.landfrauen-nlv.
00:30:43: Dort könnt ihr euch auch für unseren Newsletter anmelden.
00:30:47: Zeitgeschehen und Eierlikör, der Podcast des Niedersächsischen Landfrauenverbandes Hannover!
Neuer Kommentar